Die GbR als Kleinunternehmerin


Mai 2017

Eine sehr pragmatische Lösung eine faktische Umsatzsteuerbefreiung zu erreichen, kann die Gründung einer GbR sein. Die GbR ist nämlich, anders als im Ertragssteuerrecht, Rechtssubjekt der Umsatzsteuer. Die GbR kann also grundsätzlich als Unternehmerin im Sinne des Umsatzsteuerrechts tätig werden. Dies hat zur Folge, dass die GbR mitunter eine Umsatzsteuererklärung abgeben muss. Hierbei gelten die allgemeinen Regeln des Umsatzsteuerrechts.

Die GbR kann aber selbstverständlich auch die Kleiunternehmerregelung gemäß § 19 UStG für sich beanspruchen. Im Bereich der Kreativ-und Kulturwirtschaft ist dies z.B. eine weit verbreitete Lösung, wenn die Gesellschafter ihrerseits umsatzsteuerpflichtige Unternehmer sind. Auch wenn beide Gesellschafter für bestimmte Umsätze von der Umsatzsteuer befreit wurden aber zusätzlich weitere, nicht befreite Leistungen erbringen wollen, kann die Gründung einer GbR eine Lösung sein.

Beispiel: 

A und B sind freie Musiker. Eine Umsatzsteuerbefreiung wurde ihnen versagt. Die Kleinunternehmergrenze ist jährlich ein Problem.  A und B wollen einen einwöchigen Kurs für Laienmusiker anbieten. Durch die Kursgebühr soll die Übernachtung, die Verpflegung und der Musikunterreicht abgedeckt werden. Insgesamt rechnen sie mit einem Umsatz in Höhe von 10.000,00 EUR. Damit sie ihren Status als Kleinunternehmer nicht riskieren, können A und B eine GbR gründen, die ihrerseits erneut die Kleinunternehmenregelung des § 19 UStG beanspruchen kann. Da die Umsätze unter 17.500,00 EUR liegen, bleibt die GbR auch im Folgejahr Kleinunternehmerin. 

Wie immer gibt es aber auch bei dieser Lösung Grenzen. So dürfen einheitliche Leistungen nicht künstlich aufgespalten werden. Zudem muss die gewählte Gestaltung auch tatsächlich gelebt werden. Wo die Grenzen liegen, lässt sich nur in Hinblick auf den Einzelfall feststellen. Daher ist es ratsam zumindest in der Gründungsphase einen Berater hinzuzuziehen.