Umsatzsteuerbefreiung für Schauspieler


Mrz 2018

Freiberufliche Schauspieler werden steuerrechtlich grundsätzlich als Unternehmer behandelt. Daher stellt sich auch bei Schauspielern die Frage nach der Umsatzsteuerpflicht. Übersteigen die Vorjahresumsätze den Betrag von 17.500,00 EUR, so müssen auch Schauspieler im Folgejahr Umsatzsteuer abführen. Wird dies übersehen, so kommt es regelmäßig vor, dass sich Schauspieler mit hohen Steuernachzahlungen konfrontiert sehen. In vielen Fällen haben Schauspieler zahlreichen Nebenjobs für die der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 % nicht greift und somit 19 % zu zahlen sind.

Diese Situation kann durch die Beantragung einer sog. Gleichartigkeitsbescheinigung der zuständigen Landesbehörde gemäß § 4 Nr. 20 UStG vermieden werden. Auf Antrag kann nämlich die Landesbehörde – meist ist es das Kulturministerium des entsprechenden Landes – feststellen, dass der Schauspieler die gleichen Aufgaben wie ein öffentliches Theater erfüllt. Diese Bescheinigung wird regelmäßig ausgestellt, wenn Schauspieler im Bereich der sog. Hochkultur tätig sind. Diese Regelung soll den privaten Kultursektor davor schützen, dass die Institutionen der öffentlichen Hand Aufführungen günstiger anbieten können, weil Sie keine Umsatzsteuer zahlen müssen.

Die Bescheinigung kann anschließend beim Finanzamt vorgelegt werden. Formal ist das Finanzamt nicht in allen Fällen an die Bescheinigung gebunden. In der Praxis befreit das Finanzamt den Schauspieler aber regelmäßig ohne weitere Nachfragen von der Umsatzsteuer.

Die Umsatzsteuerbefreiung hat schon so manchen Schauspieler vor einer „Katastrophe“ gerettet. Allerdings ist dieser Antrag keine „Wunderwaffe“. Das Zusammenspiel von Schauspielkunst, Nebenjobs und Kleinunternehmerregelung ist mitunter nicht ganz simpel und sollte vor einem Antrag einmal wohl durchdacht werden.

Gern kläre ich mit Ihnen im Rahmen einer Telefonberatung in wie weit ein Befreiungsantrag für Sie in Betracht kommt und unterstütze Sie anschließend bei der Antragstellung.