Umsatzsteuersätze für bildende Künstler


Mai 2017

Nur wenige Künstler werden auf Grund ihrer überschaubaren Anzahl von Kunstverläufen umsatzsteuerpflichtig. Manchmal ziehen die Umsätze aber plötzlich an. Unvorbereitet wird der Künstler dann umsatzsteuerpflichtig. Spätestens jetzt stellt sich die Frage welcher Steuersatz auf der Rechnung ausgewiesen werden muss. Die weit verbreitete Ansicht, dass immer der ermäßigte Steuersatz in Höhe von 7 % angewandt werden darf, ist so pauschal nicht richtig.

Wie so oft ist ein Blick in das Gesetz lohnend, auch wenn die Regelungen etwas verworren sind. Grundsätzlich gilt zunächst, dass der Regelsteuersatz in Höhe von 19 % gilt, vgl. § 12 Abs. 1 UStG. Allerdings benennt § 12 Abs. 2 UStG einen abschließenden Katalog von Ausnahmen. Nur wenn eine dieser Ausnahmen greift, darf der ermäßigte Umsatzsteuersatz angewandte werden. Eine solche Ausnahme stellt der § 12 Abs. 2 Nr. 13 a UStG dar. Hiernach dürfen Lieferungen eines Urhebers von in der Anlage 2 Nr. 53 des UStG bezeichneten Gegenständen dem ermäßigten Steuersatz unterworfen werden. Die Anlage benennt an dieser Stelle so dann:

  • Gemälde, Zeichnungen, Collagen und ähnliche dekorative Bildwerke
  • Stiche, Schnitte und Steindrucke
  • Werke der Bildhauerkunst

Exakt diese Gegenstände dürfen dem Steuersatz von 7 % unterworfen werden. Dies aber auch nur, wenn der Künstler diese Werke selbst verkauft. Siebdrucke oder Fotografien sind hiervon nicht erfasst. Im Einzelfall kann die Abgrenzung aber recht schwierig sein. Sind Werke, die allgemein unter „Kunst am Bau“ firmieren auch erfasst? Sind Mischtechniken auf Grundlage von Siebdrucken oder Fotografien bereits „ähnliche dekorative Bildwerke? Pauschal kann dies oft nicht festgestellt werden. Im Einzelfall wird man darüber durchaus streiten können.

Fazit: 

Wer als Künstler sich nicht nur mit Malerei, Bildhauerei und Grafik befasst und diese Werke auch regelmäßig verkauft, sollte sich mit dem Umsatzsteuersatz im Falle eines umsatzsteuerpflichtigen Verkaufs einmal den Umsatzsteuersatz klären lassen. Gerade wer sich im Graubereich zwischen Regelsteuersatz und ermäßigten Steuersatz bewegt, kann hier durch entsprechende vertragliche Regelungen die Risiken deutlich eingrenzen.